30 Jahre Werkstatt der Erinnerung

1990 - 2020

FZH/WdE 234, FotografIn: unbekannt, o.O., o.D. [Moorburg? Späte 1920er Jahr?]
(Abb. FZH/WdE 234, Foto: unbekannt, o.O., o.D. [Moorburg? Späte 1920er Jahre?])

Wir feiern 2020 das dreißigjährige Bestehen der Werkstatt der Erinnerung mit zahlreichen Veranstaltungen, über die Sie sich auf dieser Seite informieren können und zu denen wir Sie herzlich einladen.

Vitrinen-Ausstellung

In unserem Bibliothektstrakt sind zurzeit in in einer Vitrinen-Ausstellung Aspekte der Arbeit der Werkstatt der Erinnerung zu sehen. Wir zeigen u.a. die für die Oral History notwendige, in den letzten 30 Jahren stark veränderte Technik und zahlreiche Publikationen, in denen Interviews aus der Werkstatt der Erinnerung ausgewertet oder verwendet wurden.

Deutschlandfunk: "Lernen von Zeitzeugen - 30 Jahre Werkstatt der Erinnerung"

Der Beitrag wurde am 5. März 2020 in "Aus Kultur- und Sozialwissenschaften" im Deutschlandfunk ausgestrahlt und kann in der Audiothek des Senders weiterhin abgerufen werden.

Zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Oral History. Podiumsgespräch mit Dorothee Wierling, Alexander von Plato und Linde Apel

Die Veranstaltung fand am 27. Februar im Rahmen der 8. Jahrestagung des Netzwerks Oral History in der FZH statt. Eine Audioaufnahme der Podiumsdiskussion steht ab sofort online zu Verfügung.
 

Call for participation

Sommerschule "Geschichte/n hören. Oral History und Migration"

Hamburg, 16.-19. September 2020
Bewerbungsschluss: 1. Juni 2020
English version see below

Die Werkstatt der Erinnerung, das Oral History-Archiv der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, veranstaltet die Sommerschule “Geschichte/n hören. Oral History und Migration” vom 16. bis 19. September 2020. Im Zentrum der Veranstaltung steht die auditive Dimension mündlicher Erzählungen. Am Beispiel von Interviews über Migrationserfahrungen werden die biografischen, narrativen und historischen Entstehungszusammenhänge dieser Quellen reflektiert und diskutiert. Die Sommerschule wird von Dr. Linde Apel (Forschungsstelle für Zeitgeschichte, Hamburg) in Kooperation mit Dr. Andrea Althaus (Institut für Biomedizinische Ethik und Medizingeschichte, Universität Zürich), Lina Nikou, M.A. (Buber Society of Fellows, Hebräische Universität Jerusalem) und Dr. Janine Schemmer (Institut für Kulturanalyse, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt) angeboten.

Seit Jahrzehnten prägen Tonaufnahmen von Interviews die Forschungspraxis von Geschichts- und Kulturwis­senschaften. Dennoch basiert ihre Auswertung üblicherweise auf schriftlichen Tran­skripten. Der Kontext der Aufnahme sowie die auditive Dimension mündlicher Erzählungen gehen dabei in der Analyse häufig verloren. Deswegen stellt die Sommerschule das Gehörte ins Zentrum der Reflexion und diskutiert Interviews in ihren biografischen, narrativen und historischen Entstehungszusammenhängen. Um der Frage nach den besonderen Qualitäten von Tonaufnahmen nachzugehen, nutzen wir Interviews zum Thema Migration aus der „Werkstatt der Erinnerung“, dem Oral History-Archiv der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg. Da Migration, verstanden als multidirektionale Mobilität, in zahlrei­chen der dort vorliegenden Interviews erwähnt wird, hat die „Werkstatt der Erinnerung“ diesem Themenzusammenhang ein Webangebot gewidmet (www.werkstatt-der-erinnerung.de/migration). Es präsentiert Ausschnitte exemplarischer Migrationserzählungen, die in unterschiedlichen Forschungskontexten geführt wurden und in denen verschiedene Migrationsanlässe und -verläufe von den 1920er Jahren bis in die Gegenwart zur Sprache kommen. Diese Interviews dienen den Teilnehmenden als Grundlage für eine vertiefte Auseinanderset­zung mit der Zweitauswertung von Gesprochenem und Gehörtem. In Tandems und Kleingruppen soll die Vielschichtigkeit der Migrationserzählungen im Hinblick auf Höreindrücke, Kontexte sowie Erzählmuster thematisiert werden. In darauf aufbauenden Gruppendiskussionen werden Fragen nach der Interaktion zwi­schen den am Interview Beteiligten ebenso diskutiert wie jene nach der Bedeutung von subjekti­ven Erzählungen in ihrer historischen Bedingtheit.

Die Sommerschule richtet sich an Nachwuchswissenschaftler*innen (Doktorand*innen und Postdoktorand*innen) aus den Geschichts- und Kulturwissenschaften sowie verwandten Fächern. Voraussetzung ist, dass Bewerber*innen entweder selbst bereits Interviews geführt haben oder die Auswertung von Interviews einen zentralen Bestandteil ihrer bisherigen Forschungspraxis ausmacht oder ausmachen soll. Lesefähigkeit und ein gutes Hörverständnis im Deutschen werden vorausgesetzt, Diskussionsbeiträge können auf Englisch erfolgen.

Zugesagt haben folgende Referent*innen:
Kristina Schulz, Neuchâtel
Jochen Bonz, Münster
Daniel Meßner, Hamburg

Für die Bewerbung in deutscher oder englischer Sprache (bitte als ein pdf-Dokument) sind folgende Unterlagen nötig:
- Ausgefülltes Anmeldeformular
- Kurzvita
- kurzes Motivationsschreiben mit Begründung, warum eine Teilnahme gewünscht und welcher Gewinn für die derzeitige oder zukünftige wissenschaftliche Tätigkeit erhofft wird, darin enthalten die
- begründete Auswahl eines Interviews auf der Webseite Migration und Mobilität, mit dem Sie sich in der Sommerschule näher beschäftigen möchten.
Bei erfolgreicher Bewerbung erhalten Sie das Interview in Gänze zugeschickt. Erwartet wird, dass Sie vor Beginn der Sommerschule eine methodische grundierte Fragestellung zu dem gewählten Interview entwickeln.

Die Bewerber*innen werden bis zum 20. Juni 2020 über die Auswahl informiert. Nach der Zusage erhalten die Teilnehmer*innen weitere Unterlagen zur Vorbereitung. Wir erwarten eine Teilnahme an der gesamten Sommerschule. Die Teilnehmer*innenzahl ist auf 23 begrenzt. Ein Rechtsanspruch auf Teilnahme besteht nicht. Die Veranstaltung wird von der VW-Stiftung gefördert. Für die Unterbringung wird gesorgt, die Kosten für Reise und Unterbringung werden von der VW-Stiftung übernommen.

Wir hoffen sehr, dass die Sommerschule wie geplant stattfinden kann. Sollten die gesundheitlichen Vorsorgemaßnahmen dies nicht zulassen, werden wir alle Beteiligten sofort informieren.

Nachfragen bitte an Linde Apel: apel@zeitgeschichte-hamburg.de

English version
The workshop of Memory, the Oral History-archive in the Institute for Contemporary History in Hamburg, is organizing the Summer School “Listening to History/ies. Oral History and Migration” from 16th to 19th September 2020. The aural dimension of oral accounts will be at the center of the gathering. Based on examples of interviews about migratory experiences, the biographical, narrative and historical contexts of their genesis will be discussed. The Summer School is organized by Dr. Linde Apel (Forschungsstelle für Zeitgeschichte, Hamburg), in cooperation with Dr. Andrea Althaus (Institut für Biomedizinische Ethik und Medizingeschichte, Zürich), Lina Nikou, M.A. (Buber Society of Fellows, Hebrew University of Jerusalem) and Dr. Janine Schemmer (Institut für Kulturanalyse, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt).
The Summer School targets emerging scholars (PhD and postdoctoral level) from historical and cultural studies as well as related disciplines. Applicants should have either already conducted interviews themselves or the analysis of interview material is or will be central to their research practice. Reading skills as well as listening comprehension of the German language are required, while participants can deliver their contributions in English.

The following speakers have confirmed their participation:
Kristina Schulz, Neuchâtel
Jochen Bonz, Münster
Daniel Meßner, Hamburg

For the application in German or English language (in one pdf-file), we ask for the following documents:
- Filled-in application form
- Short CV
- A short letter of motivation explaining your interest in participation and the expected impact and value for your current or future research activities, including
- A reasoned selection of an interview from the website Migration and Mobility (www.werkstatt-der-erinnerung.de/migration) which you would like to study in depth during the Summer School.
If your application is successful, we will send you the entire interview. It is expected that you develop a methodologically grounded question on the selected interview before the Summer School starts.

Successful applicants will be informed by 20 June 2020. The participants will receive further documents for preparation. We expect participants to attend the entire Summer School. The number of participants is limited to 23. There is no legal claim to participation. The event is supported by the VW Foundation. Accommodation will be provided. The costs of travel and accommodation will be covered by the VW Foundation.

We very much hope that the summer school will take place as planned. Should the health measures not allow this, we will contact all participants immediately.

In case of questions, please contact Linde Apel, apel@zeitgeschichte-hamburg.de

Vortragsreihe

Erinnern, Erzählen, Geschichte schreiben. Oral History im 21. Jahrhundert

Die Vortragsreihe findet aufgrund der aktuellen Situation nicht im Sommersemester statt, sondern wird auf das Wintersemester 2020/21 verschoben.

Seit 1990 werden in der Werkstatt der Erinnerung Interviews mit Frauen und Männern aus dem norddeutschen Raum gesammelt, archiviert und für die wissenschaftliche Nutzung zur Verfügung gestellt. Dazu gehören lebensgeschichtliche Interviews mit NS-Verfolgten, die zu den wertvollsten mündlichen Quellen der Sammlung gehören und intensiv nachgefragt werden.
In den letzten 30 Jahren hat sich der Umgang mit Interviews in der Geschichtswissenschaft verändert. Sie gelten heute als bedeutende Quellen für eine Erfahrungsgeschichte, die sich dafür interessiert, wie Menschen sich ihre Geschichte erklären. Mit der Vortragsreihe möchten wir diesen Wandel der Oral History diskutieren und ältere und jüngere Interviewsammlungen vorstellen, die sich mit der DDR-Geschichte, der Alltagsgeschichte und den Erinnerungen von Tätern und Profiteuren des Nationalsozialismus beschäftigen.

Donnerstag, 22.10.2020, 18.30 Uhr
Linde Apel (FZH): Das Gedächtnis der Stadt? Mündliche Quellen in der Zeitgeschichte

Die Werkstatt der Erinnerung gehört zu den ältesten Oral History-Archiven der Bundesrepublik. Zu ihrem Gründungsauftrag gehörte es, „die unschätzbaren geschichtlichen Erinnerungen noch lebender Zeitzeugen, vor allem an die Jahre 1933 bis 1945“ zu sammeln und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Die Einrichtung der Werkstatt der Erinnerung steht damit im direkten Zusammenhang mit geschichtspolitischen Debatten und Veränderungen in der Geschichtswissenschaft der 1980er Jahre. Der Vortrag wird auf die Diskussionen um den Umgang mit der Geschichte des Nationalsozialismus in Hamburg ebenso eingehen wie auf neue methodische Zugriffe und inhaltliche Fragen innerhalb der Geschichtswissenschaft. Dabei werden die Entwicklung und die inhaltliche Konzeption der Werkstatt der Erinnerung, aber auch Fragen danach, wie mündliche Quellen heute beurteilt werden, wozu sie gebraucht werden und welche Geschichte sich mit Hilfe von Interviews schreiben lässt, im Zentrum stehen.

Donnerstag, 12.11.2020, 18.30 Uhr
Patrick Wagner (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg):  Die privatisierte Erfahrung. Ein Oral History Projekt in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft

Das vorzustellende Projekt begann mit einem Seminar zum Binnenleben von DDR-Betrieben an der Universität Halle. Zehn „Seniorenstudenten“ – darunter eine Krankenschwester, ein Ex-Kombinatsdirektor und ein Ingenieur – sollten Studierenden ihre Erfahrungen aus der Arbeitswelt der 1980er Jahre mitteilen. Aber einmal in Gang gekommen sprachen sie vor allem über die 1990er Jahre. Und selbst wenn sie über ihr Leben in der DDR räsonierten, bildeten die Jahre nach der „Wende“ stets den impliziten Bezugspunkt.
Ausgehend von dieser Beobachtung führt der Referent regelmäßig Seminare durch, in denen Geschichtsstudierende die Methode Oral History in Interviews mit Menschen aus Sachsen-Anhalt einüben. So entsteht zugleich ein Bestand von Interviews mit Ostdeutschen der Jahrgänge 1940 bis 1955, der als Basis einer Erfahrungsgeschichte der Transformation dienen kann. Denn die Ausgangsbeobachtung hat sich bestätigt: Was Ostdeutsche über die DDR oder die Gegenwart denken, speist sich aus ihren Erfahrungen der 1990er Jahre, als aus ihren volkseigenen privatisierte Leben wurden.
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Donnerstag, 14.1.2021, 18.30 Uhr
Christiane Kuller und Patrice G. Poutrus (beide Forschungsstelle für Zeitzeugenbefragung, Universität Erfurt): Diktaturerfahrung und Familiengedächtnis: DDR-Zeitzeugen und Oral History

Das Bild von der DDR-Zeit beruht heute nur zum Teil auf kritisch-reflektiertem Wissen. Eine zentrale Rolle spielen auch lebensweltliche Erfahrungen, die im Familiengedächtnis tradiert werden und die den Mittelpunkt unseres Forschungsprojektes bilden. Thema des Vortrags sollen nicht nur die möglichen Inhalte der Familienerinnerungen, sondern auch die methodischen Herausforderungen des Projektes sein: Angesichts der Ablehnung vieler ZeitzeugInnen gegenüber wissenschaftlichen Forschungsergebnissen stellt sich die Frage, wie zusammengeführt werden kann, was von vielen ZeitzeugInnen vehement getrennt wird? Wie können (und sollen) sich Oral-Historians und InterviewpartnerInnen „auf Augenhöhe“ begegnen? Ausgehend von diesen Fragen stellen wir den Erfurter Ansatz einer „partizipativen Erinnerungsforschung“ vor: Was bedeutet Partizipation, die nicht nur ForscherInnen in die Alltagswelten von ZeitzeugInnen, sondern auch ZeitzeugInnen in die Forschungswelten von Oral-Historians bringt?

Donnerstag, 21.1.2021, 18.30 Uhr
Stefanie Rauch (Institute of Advanced Studies London): Die Grenzen der Oral History? Herausforderungen und Perspektiven der Arbeit zu NS-Täterschaft  

Die audio-visuellen Zeugnisse der NS-Verfolgten sind aus der Forschungs-, Gedenk-, und Bildungslandschaft mittlerweile kaum noch wegzudenken. Anders verhält es sich mit den Lebensgeschichten derjenigen, die sich im “Dritten Reich” auf der Seite der TäterInnen befanden. Mit ihnen zu sprechen, ihnen zuzuhören ist umstritten. Es gibt also vergleichsweise wenige Ton- und Videoaufnahmen. Davon sind längst nicht alle für die Forschung erschlossen. Wie gehen Institutionen und Forschende—InterviewerInnen und SekundärnutzerInnen—mit solchen Quellen um? Was können diese Aufnahmen zu unserem Verständnis der NS-Zeit beitragen, wo liegen ihre Grenzen? Verdienen sie gar einen Platz in der Bildungsarbeit? Und sind Geschichte und Diskurse des (Nicht-)Sammelns selbst Teil der Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit? Dieser Vortrag wird diesen und weiteren Fragen nachgehen und erörtern, inwieweit und mit welchen Folgen die Oral History dieses Feld dem Journalismus und Dokumentarfilm überlassen hat.

Zurückliegende Veranstaltungen

Netzwerk Oral History

Netzwerktreffen in der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg
27. und 28. Februar 2020
Veranstalter: Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, Archiv der Sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung
 
Ein Bericht über das Netzwerktreffen von Lisa Hellriegel ist bei H-Soz-Kult erschienen: Achtes Netzwerktreffen Oral History 2020

Das seit 2014 regelmäßig tagende Netzwerk Oral History trifft sich im Februar 2020 in Hamburg und ist bei der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg zu Gast. Aus Anlass des 30-jährigen Jubiläums der Werkstatt der Erinnerung, des Interviewarchivs der Forschungsstelle für Zeitgeschichte.

Dies soll zum Anlass genommen werden, einen großen Bogen von der Vergangenheit über die Gegenwart bis zur Zukunft der Oral History zu schlagen. Die Beiträge widmen sich daher der Geschichte der Oral History und ihren politisch-demokratischen sowie wissenschaftlichen Ansprüchen. Fragen nach dem politischen Ursprung der Oral History, der Relevanz ihres Anspruchs, Interviewte zur Beschäftigung mit der eigenen Geschichte zu befähigen und damit Geschichte zu demokratisieren und die Relevanz dieser Ansprüche für Oral History heute, werden im Vordergrund mehrere Beiträge stehen. Es soll aber auch der Versuch gemacht werden, eine Bestandsaufnahme über Bedeutung der mit mündlichen Quellen in unterschiedlichen wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Bereichen zu machen. Und nicht zuletzt wird es um die (digitale) Zukunft der Oral History gehen. Ein Round-Table-Gespräch wird gegenwärtige Tendenzen einer Oral History als Auftragsforschung diskutieren, die Vorstellung eines Dissertationsvorhabens kommt hinzu. Auch diesmal wird der Diskussion und dem Austausch viel Zeit eingeräumt. Damit sollen nicht zuletzt persönliche und institutionelle Vernetzungen ermöglicht und verstärkt werden.

Besonders hinweisen möchten wir auf den öffentlichen Teil des Netzwerktreffens, der am 27. Februar 2020 um 18.30 Uhr im Lesesaal der Forschungsstelle für Zeitgeschichte stattfinden wird. Dorothee Wierling und Alexander von Plato werden sich mit Linde Apel über ihre langjährigen Erfahrungen mit Interviewprojekten in verschiedenen deutschen Gesellschaften und über die Zukunftsperspektiven der Oral History unterhalten.

Interessierte sind herzlich eingeladen. Mit der Teilnahme am Workshop ist die grundsätzliche Bereitschaft zur Mitarbeit im Netzwerk verbunden. Interessierte wenden sich bitte an Stefan Müller (Stefan.Mueller@fes.de), Nachfragen beantwortet auch Linde Apel (apel@zeitgeschichte-hamburg.de).

Programm

Donnerstag, 27.2.
Ab 13 Uhr Anreise, Kaffee/Tee, Führungen durch die Werkstatt der Erinnerung
14 Uhr Linde Apel (Hamburg), Stefan Müller (Bonn): Begrüßung, Einführung, Vorstellung der Teilnehmenden
15:30 Uhr Linde Apel (Hamburg): Zur Werkstatt der Erinnerung. Geschichte von unten oder Geschichte von oben?
16:30 Uhr Nicole Immler (Utrecht), Eva Kovacs (Wien): Zum politischen Anspruch der Oral History
17 – 18 Uhr Pause

18.30 Uhr Dorothee Wierling (Berlin) und Alexander von Plato (Horneburg) im Gespräch mit Linde Apel (Hamburg) zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Oral History (Öffentliche Veranstaltung)

Freitag, 28.2.
10 Uhr Roundtable-Gespräch: Oral History zwischen politischem Impuls, Wissenschaft und Auftragsforschung Almut Leh (Hagen) im Gespräch mit Stefan Müller (Bonn); Ina Czub (Aabenraa); Andreas Keller (Stuttgart); Manfred Grieger (Gifhorn)
12 Uhr Lena Langensiepen (Hamburg): Lebensgeschichtliche Interviews mit Akteur/innen der Hamburger Geschichtswerkstätten-Bewegung
13 – 14 Uhr Pause
14 Uhr Almut Leh (Hagen),Cord Pagenstecher (Berlin): Schöne neue Welt: Oral History und KI
15 Uhr Absprachen/Planung des nächsten Treffens
16 Uhr Ende der Veranstaltung

Podiumsgespräch mit Dorothee Wierling, Alexander von Plato und Linde Apel
 
27. Februar, 18.30 Uhr, Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, Lesesaal, Beim Schlump 83, 20144 Hamburg

Im Rahmen der Jahrestagung des Netzwerks Oral History laden wir zu einem öffentlichen Podiumsgespräch ein. Mit Dorothee Wierling und Alexander von Plato sitzen zwei der bekanntesten deutschen Oral Historians auf dem Podium, die über langjährige Erfahrungen mit Interviewprojekten zu unterschiedlichen Zeiten, in unterschiedlichen Regimen und Ländern verfügen. Die Leiterin der Werkstatt der Erinnerung, Linde Apel, wird mit ihnen über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Oral History diskutieren. Dabei wird es um die der Oral History zugeschriebenen demokratischen bzw. demokratisierenden Aspekte ebenso gehen wie um die Frage, welche Rolle mündliche Quellen heute in der Geschichtswissenschaft spielen. Denn Oral History wird häufig in den Zusammenhang einer Geschichte von unten gestellt, die den Anspruch vertritt, partizipativ zu sein und die Beforschten dazu zu befähigen, ihre eigene Geschichte zu schreiben. Ob dies tatsächlich ein Anspruch oder nicht viel mehr eine Zuschreibung ist, soll ebenso diskutiert werden wie die Frage, ob gegenwärtig eigentlich gute Zeiten für Oral History sind? Schließlich gilt Oral History als besonders geeignet, sich im Rahmen der Zeitgeschichte mit Brüchen und Katastrophen und ihrer Verarbeitung durch Betroffene zu beschäftigen.